Kirmesverein Großobringen e.V. in 99439 Großobringen

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Kirmesverein Großobringen e.V.

99439 Großobringen
Thüringen | Landkreis Weimarer Land | AP

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Veranstalterinfo

Als Mittelpunkt der dörflichen Feste spielte der Tanzplan im Laufe der Jahrhunderte eine große Rolle. Im Jahr 1848 wurde um den runden Tanzplatz eine kniehohe, gegen alle vier Himmelsrichtungen geöffnete Steinmauer errichtet. Das Erbauungsjahr ist in einem Stein an der Südseite der Mauer eingemeißelt. Dieser Stein birgt so manches Geheimnis über die Vergangen- heit des Ortes. 1979 legte man den Stein bei Restaurierungsarbeiten frei und fand ein Metallkästchen mit Dokumenten, die aber leider nicht mehr lesbar waren. Von den einst 12 Kastanienbäumen stehen heute nur noch elf, teilweise neu gepflanzt, um das Rondell. In der Mitte des Platzes wächst eine junge Linde.

Den ersten Lindenbaum brachte man 1617 anlässlich des 100jährigen Reformationsfestes an dieser Stelle in die Erde. Bis etwa 1965 stand diese Linde dort. Unter ihrer mächtigen Krone wurde nicht nur gefeiert, sondern früher auch die Gerichtsbarkeit des Dorfes ausgeübt. Ein Halseisen, welches bis etwa 1985 an der Mauer einer benachbarten Scheune angebracht war, ist Zeugnis dafür gewesen, dass die Verurteilten hier an den Pranger gestellt wurden.

Heute wird auf und um diese alte Kulturstätte die traditionelle Kirmes am Wochenende des zweiten Julisonntag gefeiert. Doch bevor es soweit ist, gibt es jedes Jahr noch eine Menge Arbeit, die erledigt werden muss: Aufbau von Bühne und Burschenbude, Beleuchtung, Schmücken des Planes mit Birkengrün, Nähen der traditionellen Bändchen und viele andere organisatorische Sachen. Ihre Einzigartigkeit erzielt unsere Kirmes jedoch durch die Art und Beschaffenheit der Tanzfläche. Als erstes wird der Plan „gepatscht“, das heißt, er wird mit etwas Gerstenspreu und einem schweren Holz so verdichtet, dass er trocken, fest und absolut tanztauglich wird. Das Patschen geschieht im Takt mit drei oder vier Mann, Runde für Runde. Kurz vor dem Fest werden die ersten Fichtennadeln, die zuvor im Wald gesammelt und getrocknet wurden, in den Boden eingearbeitet. Vor dem Eintanzen der Kirmespärchen werden die Nadeln mit einem Sieb aufgetragen und bilden einen hervorragenden, duftenden Tanzboden.

Die Großobringer Kirmes kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, denn seit 1431 wird Jahr für Jahr, bis auf einige Ausnahmen, die Kirchweih begangen. Nach zwanzig Jahren Pause wurde 1991 vom neu gegründeten Kirmesverein Großobringen e.V. wieder eine Kirmes auf dem Tanzplan gefeiert. Begleitet wird sie von der originalen Fahne des Burschenvereins aus dem Jahre 1899.

text © Kirmesverein Großobringen e.V.